Gefahrgut (CBRNE)-Übung im Landkreis Kronach

Meldung vom 04.11.2019

Gefahrgut (CBRNE)-Übung im Landkreis Kronach

Am 26.10.2019 fand auf dem Gelände der Firma ASS eine umfangreiche Gefahrgut-Übung des Landkreises Kronach statt. Übungsannahme war ein Verladeunfall, bei dem - zunächst unerkannt - mehrere Personen mit einem Gefahrstoff kontaminiert wurden. Erst nach den Sofortmaßnahmen der örtlich zuständigen Feuerwehr Stockheim stellte sich nach und nach das ganze Schadensereignis dar. In der weiteren Folge galt es, Maßnahmen zur Eindämmung der Leckage, Dekontamination von Einsatzkräften und Verletzten, sowie zur Entnahme von Proben der teilweise unbekannten Gefahrstoffe zu ergreifen.

Aufgrund der erkannten Gefährdungssituation war für die unmittelbar an der Einsatzstelle tätigen Trupps „Vollschutz“ notwendig. D.h. die Einsatzkräfte tragen sogenannte gasdichte Chemikalienschutzanzüge der höchsten Schutzstufe. Da sogar der Pressluftatmer unter diesem Anzug getragen wird, besteht – solange der Anzug nicht defekt ist - keine Gefahr für den Träger sich zu kontaminieren und damit sich zu verletzen.

Gefahrguteinsätze (sogenannte CBRNE-Einsätze, CBRNE steht für Chemische, Biologische, Radiologische, Nukleare und Explosionsgefährliche Einsätze) stellen selbst bei einem – auf den ersten Blick – relativ kleinen Schadensausmaß hohe Ansprüche an alle beteiligten Einsatzkräfte.  Das kann in der unmittelbaren Gefährlichkeit der austretenden Stoffe begründet sein, wenn mehrere Stoffe beteiligt sind die miteinander reagieren, oder auch bei unbekannten Stoffen, deren Gefährlichkeit nicht sicher eingeschätzt werden kann.

Eine weitere Herausforderung im vorliegenden Szenario war die Dekontamination von verletzten Personen. Aus naheliegenden Gründen muss jeder Verletzte vor dem Transport in die Klinik ausreichend dekontaminiert sein. Andernfalls könnte die Verschleppung der Gefahrstoffe im Extremfall dazu führen, dass die Rettungsfahrzeuge und die Notaufnahmen der Kliniken nicht mehr einsatzfähig sind. Außerdem ist die Behandlung von Verletzten durch Sanitäter oder Notärzte in Schutzanzügen nur sehr eingeschränkt möglich. Um eine schnelle, gründliche Säuberung führt also kein Weg vorbei. Bis zur Übergabe an den Rettungsdienst muss die Feuerwehr auch die medizinische Notversorgung der Verletzten sicherstellen.

Ziel der Übung war es, das Zusammenwirken in einer solchen, nicht alltäglichen Lage, zu testen und mögliche Schwachstellen zu erkennen und zu beheben. Aus diesem Grund nahmen auch ca. 180 Einsatzkräfte von Feuerwehren, BRK und ASB mit ca. 30 Fahrzeugen an der Übung teil.

Im Einzelnen waren dies die Feuerwehren aus Stockheim, Pressig, Rothenkirchen, Wallenfels, Tettau, Kleintettau, Ludwigsstadt und Kronach. Der Rettungsdienst war mit dem Bayer. Roten Kreuz aus Kronach und Steinwiesen, Notarzt Hubertus Franz, den Schnelleinsatzgruppen des BRK aus Mitwitz und Teuschnitz sowie der Schnelleinsatzgruppe des ASB aus Kronach und Rothenkirchen beteiligt.

Text:    Christian Lieb / Daniel Wachter

Bilder:  Feuerwehr Stockheim / Dominik Ochs

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