Hauptversammlung des Knappenvereins

24.04.2018

Gute Chancen für Sanierung der bergmännischen Rentei

Hauptversammlung des Knappenvereins / Zum Deutschen Bergmannstag nach Bochum und Essen / Ehrungen bei den Knappen

Gute Chancen für die sanierungsbedürftige Denkmal geschützte bergmännische Rentei aus dem Jahre 1847 in Stockheim! Bei der Hauptversammlung des Knappenvereins Stockheim und Umgebung im Schützenhaus erläuterte Bürgermeister Rainer Detsch die Förderoffensive Nordostbayern durch die Regierung von Oberfranken sowie durch das Amt für ländliche Entwicklung.

So werde im Rahmen der Städtebauförderung und der Dorferneuerung von Stadt- und Ortskernen noch 2017 bis 2020 die Förderung von Maßnahmen zur Revitalisierung von Stadt- und Ortskernen in einigen oberfränkischen Landkreisen – darunter der Kreis Kronach – angeboten. So liege der Fördersatz bei neunzig Prozent. Die Aufstockung der Finanzhilfen solle, so das Argument der Regierung von Oberfranken, zu einer öffentlichen Aufwertung der Region führen. Die Förderoffensive sei eine hervorragende Chance für Stockheim, die das Ortsbild prägende denkmalgeschützte Rentei, die ja neben der Lampenstube das letzte bergmännische Gebäude einer vierhundertjährigen Bergbauära sei, zu retten und einer guten Nutzung zuzuführen, betonte Bürgermeister Detsch.  „Das dominant wirkende Gebäude ist ein bedeutendes Relikt der Bergbaugeschichte, die für Stockheim ein Alleinstellungsmerkmal darstellt“, so die Meinung der Stockheimer Räte.

Heiko Eisenbeiß blickte auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. Aufgrund von dreizehn Neueintritten habe man den Mitgliederstand von 169 Anhängern halten können. Mittlerweile seien zehn Kinder im Verein angemeldet. Als Höhepunkte nannte der Vorsitzende das Bergmannsfest sowie die Barbarafeier. Ebenfalls sei die freundschaftliche Verbindung zu den Knappen in Recklinghausen weiter ausgebaut worden. Schließlich sei auch die Mitgestaltung der Ferienwoche zusammen mit dem TSV Stockheim erfolgt. Auf dem Programm standen unter anderem der Kulturabend in Reichenbach, der Bayerische Bergmannstag in Berchtesgaden sowie die Feuerwehrfeste in Haßlach und Haig.

Bürgermeister Rainer Detsch, der den Knappen für ihre Aktivitäten dankte, stellte die Bedeutung des Steinkohlenbergbaus im Haßlachtal deutlich heraus. „Mit der Bergbaugeschichte besitzen wir ein Juwel, ein Alleinstellungsmerkmal, das wir nutzen können, ja müssen. Damit stellen wir uns im Besonderen dar und heben uns aus dem Reigen der Kommunen und Regionen hervor.“ Aber nach wie vor gelte es erst einmal, das große Potential für den Bereich Freizeit und Naherholung auszubauen. So habe sich das Bergbauareal zu einem interessanten Treffpunkt entwickelt. Unter anderem seien Wanderwege und ein Geopfad angelegt worden. „Wir befinden uns auf einem guten Weg, denn wir haben wertvolle Bausteine zum Erhalt unserer Bergbaugeschichte zusammengetragen. Dazu gehören auch die bergmännische Weihnacht sowie das Weihnachtskonzert der Bergmannskapelle.“

Während zweite Schriftführerin Silvia Welsch die Protokollverlesung vornahm, informierte detailliert Hauptkassierer Karl-Heinz Wagner über die Finanzen. Revisor Reinhard Berberich bestätigte eine mustergültige Buchführung. Im weiteren Sitzungsverlauf erhielten die silberne Ehrennadel für langjährige Zugehörigkeit Jürgen Fehn, Christian Hofmann, Andreas Kreul, Ingo Martin und Markus Nickol. Mit Gold wurde für 40-jährige Zugehörigikeit Ottomar Lutz geehrt. Seit 60 Jahren hält Georg Buckreus dem Knappenverein die Treue.

Als Termine nannte Vorsitzender Eisenbeiß unter anderem den Deutschen Bergmannstag in Essen und Bochum (30. Juni bis 2. Juli) sowie die Knappenwallfahrt am 23. September in Altötting. Weitere Höhepunkte seien das Bergmannsfest (15. und 16. September) sowie die Barbarafeier (Mettenschicht) am 8. Dezember. Als Arbeitsziel nannte der Vorsitzende die  die Renovierung der Lampenstube anlässlich der Zechenstilllegung des örtlichen Steinkohlenbergbaus vor 50 Jahren, und zwar am 30. März 1968. Abschließend gab Eisenbeiß bekannt, dass die Jugend spontan bei der Cold Water Grill Challenge eine Spende für den Kindergarten Stockheim gesammelt habe.

Text: Gerd Fleischmann

Aufgrund der Förderoffensive Nordostbayern bestehen berechtigte Hoffnungen, dass die dominant wirkende bergmännische Rentei von 1847 saniert wird.

Foto: Gerd Fleischmann

Auszeichnungen beim Knappenverein Stockheim und Umgebung (von links): Andreas Kreul, Vorsitzender Heiko Eisenbeiß, Christian Hofmann, Landes- vorstandsmitglied Reinhard Hertel, Ottomar Lutz, 2. Vorsitzender Jürgen Möhrle, Georg Buckreus (60 Jahre) sowie Bürgermeister Rainer Detsch.

Foto: Karl-Heinz Wagner

Kategorien: Aus dem Rathaus