„Schlagerstar“ sorgt in Neukenroth für Aufregungen

Meldung vom 21.11.2019

Mit dem Stück „Verliebt, verlobt, verlogen“ entführte der Theaterverein Frohsinn Neukenroth das Publikum in die Welt des Schlagers.

Im November ist traditionell Theaterzeit in Neukenroth. Der Theaterverein Frohsinn hatte auch in diesem Jahr wieder einen tollen Schwank von Bernd Gombold ausgesucht. Die Monate der Vorbereitung und vielen Proben fanden dann bei den Aufführungen im Fillwebersaal eine begeisterte Bestätigung durch die Besucher. Lachsalven und Szenenapplaus belohnten die Amateurdarsteller für ihre schauspielerischen Leistungen. Regisseur Stefan Wachter konnte auch wieder die Kulissen aus dem Jahr 1929 präsentieren, die ab und zu die Bühnenbilder bereichern.

In der alten Wirtsstube von Bürgermeister Karl Schlauer (Joachim Beez) möchte seine Frau Karin (Rita Köhn) als Vorsitzende des „Rosso-Fan-Clubs“ den italienischen Schlagerstar Rosso Rossini (Daniel Wachter) empfangen. Sie hat ein Wochenende mit ihrem Schlagerstar bei einem Preisausschreiben gewonnen, zu dem das Fernsehteam mit Regisseurin Greta (Susanne Nickol) und Kameramann Tom (Andre Schneider) anreisen. Die neugierige und geizige Nachbarin Else (Kerstin Wachter) wird von Karin kurzfristig zum weiteren Fanclubmitglied erkoren, um gemeinsam den Empfang zu gestalten.  Der angeberische Bürgermeister jedoch nutzt die Publicity und inszeniert ebenfalls einen großspurigen Empfang für die Ankunft des Schlagersängers. Nachdem aber am gleichen Tag auch Tochter Conny (Annalena Nickol) anreist um für die Hochzeitsvorbereitungen ihren Bräutigam Charly (Philipp Wachter) vorzustellen, kommt es bereits im Vorfeld zum heillosen Durcheinander und Verwechslungen.

Das ehrgeizige Filmteam will Quote machen und inszeniert das Treffen mit dem Schlagerstar, dessen Karriere sich eher dem Ende zuneigt. Hatte Karin in ihren Vorstellungen den feurigen Italiener Rosso als erfolgreichen Schlagerstar erwartet, zeigt sich schnell, dass der Star neben finanziellen Problemen auch mit seinen neuen CD‘s floppt und gar kein Italiener ist. Zudem dreht man auch noch einen gestellten Hochzeitsantrag von Rosso an seine Ex Sonja (Katrin Fiedler), die ihn jedoch gar nicht heiraten will und kein gutes Haar an dem abgewrackten Schnulzensänger lässt. Als sich auch noch herausstellt, dass Fast-Schwiegersohn Charly ein Hochstapler und Weiberheld ist, eskaliert das Treffen. Die Hochzeit wird abgesagt, Charly wird auf der Flucht verhaftet und Greta und Sonja reisen überstürzt ab. Tochter Conny hat ihre Enttäuschung schnell überwunden und in Tom ein neues Glück gefunden, so dass am Ende doch noch alles gut wird.

Die dynamische Verwechslungskomödie wurde durch das Publikum mit großem Schlussapplaus bedacht, der auch den Akteuren hinter der Bühne galt: Christina Brandl und Luisa Weißerth agierten als Souffleusen, Walter Fleischmann an der Technik sowie Carolin Schwabe, Hedwig Bartelmann, Christina Schneider und Rosa Becker in der Maske.

Filmteam Tom (links – Andre Schneider) und Greta (rechts – Susanne Nickol) inszenieren die Aufnahmen der Fanclubmitglieder Else und Karin mit Schlagerstar Rosso (v.l. Kerstin Wachter, Daniel Wachter, Rita Köhn)



Bräutigam Charly wird mit Schlagerstar Rosso verwechselt. (v.l. Annalena Nickol, Philipp Wachter, Kerstin Wachter, Joachim Beez, Rita Köhn)

Text und Bild: Joachim Beez, Theaterverein "Frohsinn" Neukenroth

Bericht vom 21.11.2018:

Ein „großes Malheur“ kann auch herrlich vergnüglich sein. Mit dem Stück „Grand Malheur“ brachte der Theaterverein Frohsinn Neukenroth wiederholt einen echten Kracher auf die Bühne. Die Komödie von Bernd Gombold war den Akteuren wie auf den Leib geschrieben.

Der Theaterverein Frohsinn Neukenroth, der älteste Theaterverein im Landkreis, ist seit 1905 bemüht Kultur und Unterhaltung zu bieten. Mittlerweile sind es 137 Stücke, die die Neukenrother Amateur­schauspieler im Laufe ihres Bestehens auf die Bühne gebracht haben. Zumeist werden die Stücke an die örtlichen Gegebenheiten und Charaktere angepasst. Der Ansturm auf die Eintrittskarten war daher auch in diesem Jahr nicht ganz zu bewältigen und die Abendveranstaltungen in kürzester Zeit ausverkauft. Da der Fillwebersaal in Neukenroth fast aus allen Nähten platzte möchte der Verein daher für das nächste Jahr eine weitere Vorstellung einplanen.

Es blieb auch in diesem Jahr kaum ein Auge trocken, denn bei dem lustigen Stück konnten sich die Schauspieler unter der Regie von Stefan Wachter voll in ihren Rollen ausleben. Ihre helle Freude hatten die Besucher aber nicht nur an der rasanten Handlung, sondern an schrägen Gästen und Angestellten des „Kur- und Wellnesshotel Faltenburg“, die mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen die Typen des Stückes in Szene setzten. Die Geschehnisse spielten sich dabei in der Lobby des „Kur- und Wellnesshotel Faltenburg“ ab, wo einerseits neue Gäste erwartet werden, andererseits mit der neuen Verwaltungsleiterin und Controllerin "Sabine" (Annalena Nickol) auch neue Sitten für die Beschäftigten einkehren sollen. Hoteldirektor Kowalski (Daniel Wachter) ist die neue Controllerin jedoch ein Dorn im Auge, da er gerne die Zahlungen in die eigene Tasche steckt. Fitnesstrainerin Jenny (Sarah Lang) und Putzteufel Elli (Kerstin Wachter) haben so ihre Problemchen mit männlichen Kandidaten, doch für die weiblichen Gäste Eva, Klara und Frau Ballon (Susanne Nickol, Rita Köhn und Katrin Fiedler) sind die angestellten Männer im Kurhotel Ansporn zu weiteren Leistungen. Vor allem Friseur Jean-Pierre (Philipp Wacher) und Masseur Georg (Tim Wachter) haben es den weiblichen Gästen angetan, wobei beide der Damenwelt eher nicht viel abgewinnen können. Gast Schneidermann (Steffen Fiedler) hat sich Elli auserkoren, die ihn aber in ein anderes Date verwickelt. Aber auch Martin (Joachim Beez), der gut gelaunte, lebenslustige Vater von Verwaltungsleiterin Sabine, möchte seine verrückten Ideen selber auszuprobieren und bringt dabei die Damenwelt ziemlich durcheinander. Als dann noch Thomas (Florian Wachter), der Sohn der sparsamen Klara auftaucht, erkennt er zusammen mit Controllerin Sabine, dass die Erziehung der Eltern nicht so einfach ist. Nur Hausmeister Hans (Andre Schneider) ist in seiner Beständigkeit der ruhende Pol, der immer und überall ein Plätzchen zum Ausruhen findet.

Mit viel Szenen- und großem Schlussapplaus wurden die Akteure für die monatelangen Proben belohnt. Damit die Schauspieler auf der Bühne gut aussehen und die Technik sowie die Bühne auch funktionieren waren aber noch viele weitere Helfer notwendig.

Technik – Walter Fleischmann, Maske – Carolin Schwabe, Konrad Schank, Doris Mitasch und Hedwig Bartelmann, Souffleure – Luisa Weißerth und Stefan Wachter, Bühnenbild – Norbert Fleischmann, Walter Fleischmann, Joachim Beez, Florian Wachter und Stefan Wachter, Kasse – Irene Fröba, Gerhard Bogdanski und Franz-Josef Fehn.

Beim „Grand Malheur“ auf der Neukenrother Theaterbühne blieb bei den begeisterten Besuchern kein Auge trocken.

Text und Bild: Joachim Beez, Theaterverein "Frohsinn" Neukenroth

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